Kapitalanlagen – die Quadratur des Kreises
Im weiteren Sinne spricht man heute immer dann von einer Kapitalanlage, wenn durch das Investment bereits zur Verfügung stehenden Kapitals eine Vermehrung eben diesen Kapitals erzielt werden soll. Im engeren Sinne unterscheidet man die Kapitalanlage dabei von der Geldanlage und der Spekulation. Während die Geldanlage eher im kurzfristigen Bereich stattfindet und es sich bei der Spekulation eher um eine Art von Wette als um eine Anlage handelt, ist die Kapitalanlage im engeren Sinne durch ein langfristiges Investment zum Ziel des Vermögensaufbaus oder der Vermögenserweiterung gekennzeichnet.
Die Qual der (Anlagen-)Wahl: Risikominimierung vs. Renditemaximierung
Immer wenn die Entscheidung für eine Kapitalanlage ansteht, welchem Ziel sie auch immer dienen soll, steht eine beinahe unüberschaubar große Masse an Finanzprodukten zur Auswahl. Daher sollte die Wahl der „passenden“ Anlageform für jeden Anleger oder Spekulanten stets im Vordergrund stehen. Damit der Sparer sich in dem Meer an Möglichkeiten orientieren kann, sollte er sich an bestimmten Kriterien orientieren, die jede Form der Geld- und Kapitalanlage aufweist. Diese sind in erster Linie die Sicherheit, die Rendite, die Verfügbarkeit beziehungsweise die Flexibilität des Finanzproduktes (s. Magisches Dreieck der Geldanlage).
Persönliche Präferenzen zählen
Der Anleger sollte sich also zunächst fragen, wie wichtig ihm persönlich diese Merkmale sind, um so nach und nach die in Frage kommenden Anlageformen eingrenzen zu können. Vom Grundsatz her ist es bei nahezu jeder Art von Kapitalanlage ein unumstößlicher Fakt, dass eine sehr hohe Sicherheit nie mit sehr hohen Erträgen zu vereinbaren ist. Eine sehr sichere Kapitalanlage bringt meist eine relativ niedrige Renditen ein, während eine Kapitalanlage mit hohen Renditechancen in der Regel keine Bestnoten im Bereich Sicherheit erhält. Auch die Laufzeit und die Verfügbarkeit der gewählten Kapitalanlage stehen in engem Zusammenhang mit der Rendite. So sind jederzeit verfügbare Anlagen oftmals mit einer geringeren Rendite als langjährige Kapitalanlagen ausgestattet. Hier empfiehlt es sich, ganz nach seiner persönlichen Risikoneigung anzulegen.
Risiko und Chance
Dennoch gibt es natürlich im Bereich Kapitalanlage auch Produkte, die auf eine längerfristige Anlagedauer hin betrachtet – und anhand historischen Durchschnittsdaten zu belegen – zum einen jederzeit verfügbar, zum anderen als relativ sicher zu bezeichnen sind und zudem auch eine gute Rendite aufweisen. Hier sind insbesondere Aktienfonds zu nennen. Sie sind jederzeit verfügbar, haben “lediglich” ein Kursrisiko (ein Emittentenrisiko besteht nicht), wobei sich eben in der Vergangenheit gezeigt hat, dass bei der Wahl von soliden Aktienfonds, die vornehmlich in Standardwerte investieren, bei einer Anlagedauer von acht Jahren nur in Ausnahmefällen ein Verlust erzielt wurde, die Sicherheit also trotz des “Risikoinvestments Aktie” als recht hoch zu bezeichnen ist.
Vor dem Abschluss genau prüfen
Unter der Berücksichtigung der vier Aspekte Sicherheit, Rendite, Verfügbarkeit und Flexibilität sollte der Anleger die wichtigsten Finanzprodukte “durchleuchten”, um letztlich bei seiner individuell optimalen Kapitalanlage zu landen. Eine grobe Einteilung der zur Verfügung stehenden Kapitalanlagen kann schon im Vorhinein vorgenommen werden. Diese Einteilung wird oftmals in (fest-)verzinsliche Anlagen, Anlagen im Wertpapierbereich und in spekulative Anlageformen vorgenommen. Eine Methode, die sich im Bereich der Kapitalanlage in der Vergangenheit immer wieder bewährt hat, ist das Splitten des zur Verfügung stehenden Kapitals. Diese Risikostreuung macht es dabei zur Pflicht, das Kapital keinesfalls nur in eine einzige Art von Kapitalanlage-Produkt zu investieren, sondern vielmehr verschiedene Anlageformen unterschiedlicher Art zu nutzen. Auf diese Art und Weise können auch sehr sichere mit chancen- und damit risikoreichen Geld- und Kapitalanlagen gemischt werden.
Tipp: Die meisten Experten raten dazu, zur Risikominimierung die Vermögenswerte möglichst breit zu streuen. Dabei sollten Anlageformen berücksichtigt werden, die in ihrer Entwicklung möglichst unabhängig voneinander sind, also beispielsweise Anlagen in unterschiedlichen Branchen.

